Weltmeisterliche Aufholjagd in Patagonien
Simon Längenfelder dominiert Saisonauftakt in Argentinien mit Doppelsieg
BARILOCHE / GAILDORF – Fast perfekter Start in die Mission Titelverteidigung: Der amtierende MX2-Weltmeister Simon Längenfelder (21) hat beim Saisonauftakt der FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2026 in Argentinien ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Auf der neuen Rennstrecke in Bariloche feierte der Red Bull KTM Factory Racing Pilot einen souveränen Doppelsieg und übernahm damit sofort die Führung in der WM-Wertung.
Vom Pechvogel zum Dominator: Kampfgeist schon am Samstag Dabei sah es am Samstag zunächst nach einem schwierigen Wochenende aus. Ein Sturz im Qualifikationsrennen zwang Längenfelder zu einem unplanmäßigen Boxenstopp, bei dem das Vorderrad gewechselt werden musste. Mit fast einer Runde Rückstand kehrte er auf die Strecke zurück und wurde zwischenzeitlich sogar vom Führenden Sacha Coenen überrundet.
Doch anstatt das Rennen als Trainingseinheit abzuhaken, biss sich Längenfelder am Hinterrad des Führenden fest, hielt dessen Tempo über viele Runden mühelos mit und rundete sich kurz vor Schluss sogar wieder zurück. Auch wenn am Ende nur Startplatz 22 zu Buche stand, war die Botschaft an die Konkurrenz klar: Der Speed für den Sieg ist da.
Dominanz am Sonntag: 1-1 trotz schwierigster Ausgangslage Am Rennsonntag verwandelte der Regnitzlosauer diesen Speed in nackte Ergebnisse. Von der ungünstigen Außenbahn auf Platz 22 startend, kämpfte er sich im ersten Lauf bereits in der Anfangsphase an die Spitze und gab die Führung bis zur Zielflagge nicht mehr ab. Im zweiten Lauf zeigte er erneut seine Klasse, setzte sich an die Fersen der Führenden und übernahm in der Schlussphase die Spitzenposition von Liam Everts. Mit zwei Laufsiegen und dem Punktmaximum von 50 Zählern sicherte sich Längenfelder den zehnten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere.

„Maximale Performance trotz technischen Problemen am Samstag“ Für die Gaildorfer findling GmbH, die Simon als strategischer Partner begleitet, ist dieser Erfolg eine Bestätigung der gemeinsamen Performance-Philosophie. Geschäftsführer Maurice ist sehr glücklich.
„Was Simon am Samstag geleistet hat, war beeindruckend. Er hatte ein technisches Problem – quasi einen Bug im System –, hat diesen in der Box gefixt und ist dann sofort wieder Rekordzeiten gefahren. Dass er sich vom Führenden zurückgerundet hat, zeigt diesen absoluten Willen zur Optimierung“, so Maurice. „Startplatz 22 ist im SEO-Sprech wie ein Ranking auf Seite 3. Simon hat bewiesen, dass man mit dem richtigen Setup und dem unbedingten Willen zur Spitze dennoch auf Platz 1 stürmen kann. Er hat das Feld heute nicht nur überholt, er hat es dominiert.“
Blick nach vorne: Das Red Plate reist nach Europa Mit dem „Red Plate“ des WM-Führenden im Gepäck kehrt der Tross nun zurück nach Europa. Die nächste Station ist der Grand Prix von Andalusien in Spanien (21.-22. März).







© KTM Images/JP Acevedo
